Operation-Implantate


Schwellkörperimplantate – Penisimplantate

Behandlung der Erektionsstörung mit Schwellkörperimplantaten

Bei einer schweren erektilen Dysfunktion (ED), bei der das Schwellkörpergewebe zerstört ist und nicht mehr auf Medikamente anspricht oder bei der Nicht- Akzeptenz von anderen Hilfsmitteln oder Medikamenten lässt sich oft nur noch durch Penisimplantate oder besser gesagt Schwellkörperimplantate eine Erektion erzeugen. Oft wird hier fälschlich von einer Penisprothese oder Schwellkörperprothese gesprochen. Dabei wird hier keine Prothese als Ersatz des betroffenen Organs verwendet, sondern durch Einbringen von Implantate in die beiden Schwellkörper die Erektionsfähigkeit wieder hergestellt. Bei der Operation werden heute oft die beiden Schwellkörper erhalten. Die Orgasmusfähigkeit und Ejakulationsfähigkeit soll dabei nicht eingeschränkt werden.

Penisimplantate sollten nur durch Spezialisten eingebracht werden. Mit dem Urologen und Operateur sollten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Implantate vor einer Operation ausführlich besprochen werden. Penisimplantate werden von den Firmen AMS und Mentor angeboten und stehen in den verschiedensten Größen zur Verfügung.

Die einzelnen Systeme

Penisimplantate sind Systeme aus unterschiedlichen Materialien. Es gibt einteilige (nur Zylinder), zweiteilige hydraulische (Zylinder mit Flüssigkeitsbehälter und Pumpe) und dreiteilige hydraulische Penisimplantate (Zylinder, Pumpe und Flüssigkeitsbehälter). Feste oder auffüllbare Zylinder werden in die beiden Schwellkörper des Penis durch einen kleinen operativen Eingriff eingebracht. Bei auffüllbaren (hydraulischen) Penisimplantaten wird zusätzlich eine Pumpe in den Hodensack implantiert bzw. zusätzlich ein Flüssigkeitsbehälter in den unteren Bauchraum platziert, der von außen nicht sichtbar ist.

Biegsame Penisimplantate

Bei biegsamen Implantaten erfolgt die Erektion durch ein Aufstellen des Gliedes. Sie gehören zu den einteiligen Implantaten. Sie sind in ihrer Ausdehnung nicht variabel, was bedeutet, dass der Penis in erigierten Zustand,  wie auch in seiner Ruhephase, die gleiche Größe und Umfang hat und zudem in allen Phasen eine gewisse Steife aufweist. Der Vorteil dieser Implantate liegt in der minimal invasiven Operation und dass sie preisgünstig (etwa 1.100 €) sind.

 

Es gibt auch biegsame Implantate, die einen Metallkern beinhalten. Dieser besteht aus drei Segmenten, dem distalen, dem proximalen und dem Zentralsegment. Ein Kabel führt durch das Zentralsegment und ist an jedem Ende mit einer in einem Metallgehäuse befindlichen Feder verbunden. Der gesamte Zylinderteil ist mit einer haltbaren Hülle umschlossen. Die Federn legen Spannung am Kabel an beiden Enden des Zylinderteils an, um eine ausreichende Bewegung des Kabels zu ermöglichen, damit der Zylinder gebogen werden kann. Die mittels Kabel und Federn gespannten biegsamen Segmente bieten die gewünschte Steifheit. Durch diese Funktionen können diese Schwellkörperimplantate entsprechend den Wünschen des Patienten geborgen bzw. für den Geschlechtsverkehr positioniert werden.

 

Zweiteilige hydraulische Penisimplantate

Diese Implantate bestehen aus zwei Komponenten, die durch Schläuche miteinander verbunden sind: Einem Zylinderpaar und einer Pumpe. Die Pumpe wird im Hodensack platziert, während die beiden Zylinder in die Schwellkörper des Penis implantiert werden. Die Implantate sind mit einer steriler Kochsalzlösung gefüllt. Um eine Erektion zu erzielen, wird die Pumpe mehrmals betätigt. Dadurch wird die Flüssigkeit aus dem Reservoir (das sich am jeweiligen Zylinderende befindet) in den Schaft des Zylinders gepumpt, wodurch sich der Penis versteift. Soll der Penis wieder erschlaffen, werden der Penis und damit die Zylinder einfach sechs bis zwölf Sekunden lang nach unten gedrückt. Dadurch fließt die Flüssigkeit wieder zurück in die Reservoire.

 



Vorteile für hydraulische Penisimplantate:

  • Die kleine Pumpe im Hodensack ist leicht zu bedienen
  • Die Erektion erfolgt natürlich und durch Vergrößern des Penisumfangs
  • Die Implantate sind weniger wahrnehmbar, da sie den Penis erschlaffen lassen (damit höhere Akzeptanz und Tragekomfort)
  • Ein einfaches, schnelles Entleeren der Zylinder mit einem einzigen Handgriff ist möglich

Nachteile:

  • Erfordert eine gewisse manuelle Geschicklichkeit beim Aufpumpen
  • Es besteht die Möglichkeit des Aussickerns oder einer Blockierung der Flüssigkeit bzw. eines mechanischen Versagens
  • Es besteht die Möglichkeit einer spontanen, ungewünschter Erektion
  • Enthält mehr mechanische Komponenten als das biegsame Schwellkörperimplantat

 

Dreiteilige hydraulische Penisimplantate

Dieses Schwellkörperimplantat besteht aus drei Komponenten, die durch Schläuche miteinander verbunden sind: einem Reservoir, einem Zylinderpaar und einer Pumpe. Das mit steriler Kochsalzlösung gefüllte Reservoir wird unter die Bauchmuskeln implantiert. Die Pumpe wird im Hodensack platziert, die Zylinder werden in die Schwellkörper des Penis implantiert. Um eine Erektion zu erzielen, wird der ballonförmige Teil der Pumpe mehrmals zusammengedrückt.









Dadurch wird die Flüssigkeit aus dem Reservoir in die beiden Zylinder gepumpt, wodurch sich der Penis versteift. Soll der Penis wieder erschlaffen, wird das seitlich an der Pumpe befindliche Ablassventil zusammengedrückt, wodurch die Flüssigkeit wieder in das Reservoir zurückfließt und sich die Implantate und damit der Penis entspannen.

 

 

Anwendung:

Die Erektion durch ein Penisimplantat kann beliebig lange aufrechterhalten werden. Nach dem Geschlechtsverkehr strömt mittels Betätigen des Ablassventils die Flüssigkeit aus den Zylindern zurück in das Reservoir. So erschlafft der Penis wieder vollständig.

Schwellkörperimplantate
im entspannten Zustand

Aufpumpen
der Implantate

Erigierter Penis
im aufgepumpten Zustand

Leeren der
Implantate

 

  

 

 

 

          
  

Fragen und Antworten:

Wann kann ich ein Penisimplantat nach der Operation benutzen?

Etwa 6 Wochen nach der Operation ist das Implantat vollständig eingeheilt und kann benutzt werden. Auffüllbare Penisimplantate werden in den ersten 4-6 Wochen nach der Operation zunächst nicht befüllt, um einen ausreichend großen Raum für den Flüssigkeitsbehälter zu schaffen. Danach werden die Patienten in der Bedienung durch den Arzt unterwiesen. Es kann bei Ihnen bis zu einem Jahr nach der Operation dauern, bis es zu einem Orgasmus kommt.

Wie lange ist ein Penisimplantat haltbar?

Penisimplantate sind unbegrenzt haltbar. Treten keine technischen Defekte, Infektionen oder Wanderungen des Implantates nach außen auf, braucht ein Penisimplantat nicht entfernt oder ausgetauscht werden.

Was für Nebenwirkungen gibt es bei einem Penisimplantat?

Sollte es zu einem Defekt des Penisimplantats kommen, kann die gesamte Prothese oder defekte Einzelteile ausgetauscht werden.

Kommt es zu einer Infektion, ist es nötig, das Implantat zu wechseln oder vollständig zu entfernen. In seltenen Fällen können die Zylinder eines Penisimplantats durch die Wandung der Schwellkörper hindurchtreten und durch die Haut oder die Harnröhre nach außen kommen. In einem solchen Fall muß dieser Defekt verschlossen, ggf. das Implantat entfernt werden. Selten treten Allergien auf den verwendeten Kunststoff auf.

Gibt es Nebenwirkungen für den Partner?

Nebenwirkungen für den Partner sind nicht bekannt. Eine auffüllbares Penisimplantat ist von außen optisch nicht zu erkennen.

Wie kann ich ein Penisimplantat erhalten?

Penisimplantate sollten nur durch Spezialisten eingebracht werden. Mit Ihrem Urologen und Operateur sollten Sie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Implantate vor einer Operation ausführlich besprechen. Penisimplantate werden von den Firmen AMS und Mentor angeboten und stehen in den verschiedensten Größen zur Verfügung.

Zahlen die Kassen ein Penisimplantat?

Nach dem bisherigen Kenntnisstand werden die Kosten für ein biegsames Penisimplantat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wegen der erheblichen Mehrkosten des auffüllbaren (hydraulischen) Penisimplantats ist eine Einzelfallprüfung bei der Krankenkasse notwendig.

Bildmaterial mit der freundlichen Genehmigung von:
AMS Deutschland GmbH
Kronenstr. 3
10117 Berlin
Tel: 030 – 206439-0
Fax: 030 – 206439-99
Email:
info@americanmedicalsystems.de

Kontakte:

Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)
Anschrift: Weiherweg 30A
82194 Gröbenzell
Telefon: 08142 59 70 99 und  030 76 68 95 21
E-Mail:
kontakt@impotenz-selbsthilfe.de
Internet:
www.impotenz-selbsthilfe.de

ISG - Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V.
Geschäftsführerin:
Sabine Pirnay-Kromer
www.isg-info.de

Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Strasse 55
79106 Freiburg
Telefon: 0761 / 270 2701
Telefax: 0761 / 270 2745
info@isg-info.org

 

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